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Rückblick: WohnLEBEN 2015


Geschosswohnungsbau Heute
Der Geschosswohnungsbau erobert in nahezu allen deutschen Großstädten neuen Raum. Insbesondere in Citylagen, ehemaligen Hafenanlagen oder industriellen Brachflächen sind stylische Wohntürme zum Trend geworden. Die Tendenz „zurück in die Stadt“ lässt ganze Stadteile mit markanten Architektenbauten in moderner Formensprache in die Höhe wachsen. Das Wohnen auf der Etage ist wieder in.
Unter dem Motto: Geschosswohnungsbau Heute, stellten wir bei unserem ersten Vortragabend im Jahr 2015 am 04.03.2015 im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz in Mainz im Rahmen unserer Vortragsreihe ArchitekturLEBEN . Rhein-Main Konzepte zum modernen Geschosswohnungsbau vor.




Nach der Begrüßung und den einleitenden Worten von Annette Müller von der der Architektenkammer Rheinland-Pfalz stellte Herr Reinhard Uttenweiler von der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH den sozialen Wohnungsbau in Hattersheim im Wandel der Zeit vor.
1948 wurde die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH von der Stadt zu Wohnraumbeschaffung in der Nachkriegszeit gegründet. Sie sollte dazu beitragen, Wohnraum in Abhängigkeit von sozialer Verantwortung und Wirtschaftlichkeit zu sichern und zu schaffen. Dadurch sind Wohnbaugesellschaften meist nicht nur Bauherr oder Planer sondern auch Städtebauer in einem.
Mit den Jahrzehnten haben sich die Aufgaben der Wohnungsbaugesellschaft geändert. Nun gilt es nicht nur günstigen Wohnraum zu bauen, sondern diesen auch zu modernisieren. Dies ist meist immer eine logistische und finanzielle Herausforderung, da die Gebäude meist vollvermietet sind und die öffentlichen Fördermittel immer weniger werden.
An Hand der Wohnanlage Rosengarten zeigt Herr Uttenweiler gemeinsam mit der Architektin Milena Knap-Gradinger von Architektur & Stadtplanung KNAP aus Mainz die Sanierungs- und Erweiterungskonzepte des sozialen Wohnungsbaus von Heute auf.



Nicht weniger interessant war dann im Anschluss der Vortrag von Architekt Florian Kraft von der STEFAN FORSTER ARCHITEKTEN GmbH aus Frankfurt. Er erläutert uns an Hand von Frankfurter Wohnungsbauprojekten die Herangehensweise seines Büros an den modernen städtebaulichen Geschosswohnungsbau in Großstädten.
Dabei greifen sie auf das klassische Städtebauprinzip: die Blockstruktur zurück. Die Gebäude sollen sich zum öffentlichen Bereich schließen und zum privaten Raum öffnen. Daher sind Innenhöfe als privater, gemeinschaftliche Räume gewünscht. Dies steht im Gegensatz zum städtebaulichen Zeilenbau der Nachkriegszeit, wo oft der private Bereich wie Balkone oder Terrassen zur öffentlichen Straße liegen.
Auch die Eingänge sollen durch Einbuchtungen oder Vordächer zur ersten Abgrenzung dienen, dabei soll aber der Eingangsbereich jedoch hell und freundlich zum Eintreten einladen. Wenn möglich sollte eine Blickachse in den Innenhof geschaffen werden.
Die gemeinschaftlichen Innenhöfe dienen den Bewohnern meist als Park oder Spielplatz für Kinder. Durch Loggien und Balkone wird ein Bezug vom privaten zum gemeinschaftlich genutzten Raum hergestellt. Wobei eine Loggia immer privater ist als ein zu drei Seiten hin geöffneter Balkon. Daher werden heute oft Balkone zu Loggien umgebaut, diese können dann auch als Wohnraumerweiterung genutzt werden.
Auch die Wahl der Fassadenstukturen und -materialien spiegelt das Prinzip des geschlossenen bzw. offenen Bereiches wieder.



Später wurde bei Brezeln und Wein auf dem "Platz der Architekten" des Zentrums Baukultur Rheinland-Pfalz weiter über "Geschosswohnungsbau von Heute" diskutiert.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für die vielen netten Gespräche und danken vor allem Frau Knap-Gradinger gemeinsam mit Herrn Uttenweiler und Herrn Kraft für die interessanten und spannenden Vorträge.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten ArchitekturLEBEN . Rhein-Main.

Fotos: Kristina Schäfer - Mainz

 

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