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Rückblick: WohnLEBEN 2012


Am 07.11.2012 widmeten wir uns in unserer Vortragsreihe ArchitekturLEBEN . Rhein-Main im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz dem Thema WohnLEBEN - Einfamilienhäuser im Kontext der Moderne.
Anhand von praxisbezogenen Beispielen gingen wir den Fragen nach, wie wohnt man heute? Wie schafft man den Spagat zwischen Bauherren, Wohnträumen und Funktionalität? Wie entsteht im Kontext zeitgenössischer Architektur aus einem Innenraum ein Lebensraum?



Dazu stellte Dipl.-Ing. Architekt BDA Wolfgang Ott, wolfgang ott - architekt bda - kronberg - frankfurt, ein Einfamilienhaus aus Kronberg im Taunus vor.
Zwei sich quer durchdringende Elemente verankern den schmalen langen Baukörper auf dem hangigen Grundstück und strukturieren den Wohnraum. Der Querriegel macht die starken Höhenunterschiede des Grundstückes, die sich über mehrere Ebenen durch das Gebäude ziehen, erlebbar. Lichtbänder entlang der seitlichen Außenwände und unterhalb des Daches durchziehen auf beiden Seiten die Längsfassaden des Gebäudes. Durch diese Lichtbänder dringt das Tageslicht tief in das Gebäude ein. Vor Einblicken geschützt genießt man den Ausblick aus dem sich zum Garten öffnenden, lichtdurchfluteten Gebäude. Alle Möbel konnten in Abstimmung mit dem Bauherrn individuell geplant und die Materialien mit ihren Farbtönen und Oberflächen aufeinander abgestimmt werden. Entstanden ist ein Einfamilienhaus im Sinne der modernen Architektur.



Daraufhin stellt der Architekt Jens-Paul Neugebauer, Neugebauer Architekten BDA - Wiesbaden, ebenfalls ein Einfamilienhaus aus Kronberg im Taunus vor. Dieses befindet sich zufälligerweise gegenüber dem von Herrn Ott geplanten Einfamilienhaus.
Schon in der Entwurfsphase unterwarf sich das Gebäude in seiner architektonischen Ausprägung der modernen und minimalistischen Tradition im Sinne alle Details. Unter der Aufgabenstellung, funktionale Aspekte und räumliche Anforderungen der Bauherren zu vereinen, entstand ein Konzept, bei dem kein Grundstücksteil ungenutzt beleiben sollte. So dient z.B. das Dach überwiegend als Terrasse. Sie bietet neben hoher Aufenthaltsqualität mit Whirlpool und Wellnessfaktor einen imposanten Ausblick auf die Frankfurter Skyline und den umliegenden Taunus.
Die überwiegend transparenten Fassaden folgen einem spielerischem Wechsel von Masse und Leichtigkeit und sind quasi als Weiterentwicklung der Idee der Moderne zu verstehen. So ergibt sich ein interessanter Dialog zwischen den Innenräumen und eine gezielte Interaktion mit der unmittelbaren Umgebung.



Beinahe philosophisch ging zum Abschluss Dipl.-Ing. Architekt Matthias Kölsch, Architekten Müller & Kölsch in Friedberg, der Frage nach, was moderne Architektur sei?
Anhand eines Einfamilienhauses in Bad Nauheim näherte er sich dem Thema.  Klar strukturierte moderne Architektur ist von der Entwurfs- bis hin zur Ausführungsphase detailaufwändig und bewegt sich oft außerhalb der Norm.
Im Gegensatz zu seinen Vorrednern konnte er nicht bis ins Kleinste die Inneneinrichtung des Gebäudes mitbestimmen, trotzdem ist ihm ein Einfamilienhaus im Stil der Moderne gelungen.
Zum Ende seines Vortrages definierte er für sich den Begriff moderne Architektur: "Moderne ist nicht zeitgemäß. Zeitgemäßes Bauen ist nicht modernes Bauen. Modern ist ein historischer Begriff. Zeitgemäß ist ein Begriff für den Stil der Zeit.
Ein modernes Gebäude ist zeitlos."



Im Anschluss wurde bei Brezeln und Wein auf dem "Platz der Architekten" des Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz rege über das Thema Wohnhäuser von heute diskutiert.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für die vielen netten Gespräche und danken vor allem Herrn Ott, Herrn Neugebauer und Herrn Kölsch für die interessanten und spannenden Vorträge.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten
ArchitekturLEBEN . Rhein-Main.


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