Graphisoft Center Rhein-Main

Rückblick: WeinLEBEN 2015


Genuss nicht nur für den Gaumen

Einen guten Wein genießt man am besten in einem stilvollen Ambiente.  Schon seit Jahrhunderten präsentieren Weingüter ihre Produkte in schönen und herrschaftlichen Gebäuden. Die Weinbauten der heutigen Zeit stehen dieser Tradition in nichts nach. So hat sich eine eigene Architektursprache entwickelt, die sich zwischen sensibler Annäherung an traditionelle Bauformen und selbstbewusster Interpretation zeitgenössischer Anforderungen bewegt.

Am 07.10.2015 haben wir uns erneut mit dem Thema WeinLEBEN beschäftigt und stellten Ihnen moderne Weinarchitektur vor.
Nach der Begrüßung und den einleitenden Worten von Thomas Dang von der Architektenkammergruppe Mainz präsentierten wir Ihnen erstmalig die GRAPHISOFT Rhein-Main Kundenprojekte 2015. Auch in diesem Jahr wurden wieder besondere, innovative und interessante Architekturprojekte, die mit ARCHICAD geplant und verwirklicht wurden, von unseren Kunden eingereicht. Wir freuen uns schon darauf, Ihnen einige dieser Projekte in unseren nächsten Vortragsabenden nähere vorzustellen.
Unter allen teilnehmenden Büros verlosten wir ein iPad Air mit der BIMx Pro App. Wir gratulieren Herrn Architekt Till Burgeff von Just / Burgeff Architekten GmbH aus Frankfurt herzlich zum Gewinn.

Der erste Vortrag führte uns zum ökologischen Weingut Geheimrat Schnell nach Guntersblum. Architekt Till Burgeff, Just / Burgeff Architekten GmbH aus Frankfurt, erzählte uns gemeinsam mit dem Bauherrn und Winzer Johann Schnell die Entstehungsgeschichte des von den Einheimischen liebgenannte "Pavianhauses", ein Überdachung für den Betriebshof des Weinguts.
Das Dach befindet sich an der Schnittstelle zwischen dem Dorfkern und dessen Außenbereich, am Rande eines Weges auf einem trapezförmigen Grundstück, das zu allem Überfluss noch einen Höhenunterschied von über 3 m aufweist. Es sollte den Betriebshof zwischen der bestehenden breiten Lagerhalle und schmalen steilgeneigten alten Kelterhaus überdecken.
Unter diesen schwierigen Randbedingungen ist nach zahlreichen Varianten und mit Hilfe des Tragwerksplaners ein Dach mit gefalteter Geometrie entstanden, das aus einer Abfolge mehrerer Satteldächer besteht.
Filigrane  Stahlstützen mit als Zugstäbe aufgelösten Windverbänden bildet die Konstruktion. Die Dachhaut besteht aus einer Holzschalung und einer Abdichtung aus Spritzelastomer. Mit dem grünbeigen Farbton fügt sich das Dach in die umgebende Weinberglandschaft ein, als wäre es schon immer da gewesen.

Im Anschluss ging es mit Professor Dipl.-Ing. Architekt BDA Dirk Bayer von der TU Kaiserslautern mit seinem Vortrag "Lehre 1 zu 1 ein Weinberghaus" auf den  Weinberg des Hobbywinzers und Architekts Dipl.-Ing. Klemens Perka nach Wörrstadt.
Die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen haben ein Entwurfsseminar zur Erprobung von Konstruktionsstrategien mit ultrahochfestem Beton durchgeführt. Der veraltete Bautyp der Weinberghäuser, die sowohl als Wetterschutz als auch als Geräteschuppen in den Weinbergen dienen, wollten die Studierenden mit ihren Professoren in eine moderne Konstruktion und Form übertragen. Die überzeugendste der vorgelegten studentischen Arbeiten sollte in Betonfertigteilen in Eigenbau tatsächlich im Labor ausgeführt werden. Ausgesucht wurde der Entwurf von Christoph Perka, Sohn von Klemens Perka.
Hier kam nun ein glückliche Fügung zusammen. Klemens Perka musste nicht zweimal gebeten werden als er um die Realisierung des Entwurfsprojekte auf seinem rheinhessischen Weinberg gebeten wurde. Somit ginge es vom Labor zum Weinberg. Entstanden ist ein Weinberghaus aus Hochleistungsbeton-Fertigteilen, die durch hohe Festigkeit und Fließfähigkeit nur 3 cm dick sind. Ein eigens entwickeltes Stecksystem hält die einzelnen Teile zusammen.

Nach Vorstellung der Projekte wurden die Besucher zur Weinprobe geladen und die beiden Winzer stellten dem Publikum ihre Weine vor: Schnell oder Perka - gewonnen haben die Gäste des Abends, die bei dem ein oder anderen Glas Wein dann noch rege über das Thema Weinarchitektur von heute diskutierten.

Wir bedanken uns bei den zahlreichen Besuchern für die vielen netten Gespräche und danken Herrn Burgeff und Herrn Bayer für die interessanten und spannenden Vorträge. Und vor allen danken wir den Winzern Herrn Schnell und Herrn Perka für die Vorstellung ihrer Weingüter und Weine. 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten ArchitekturLEBEN . Rhein-Main.

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Neue Termine folgen in Kürze.