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Rückblick: StadtLEBEN



Am 20.11.2013 widmeten wir uns in unserer Vortragsreihe ArchitekturLEBEN . Rhein-Main im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz dem Thema StadtLEBEN - Stadt entwickeln, planen und gestalten. Im Rahmen der  diesjährigen woche der baukultur 2013 "Gute Nachbarn? - Dichte, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung" die vom 15.11. - 22.11.2013 in Mainz stattfandt, freuten wir uns, an diesem Abend zahlreiche Gäste begrüßen zu dürfen.

Schon im Altertum gab es eine zielgerichtete Stadtplanung. Während früher die Bereitstellung geeigneter Flächen für Wohn- und Gewerbenutzung im Vordergrund standen, beschäftigt sich die Stadtentwicklung- und gestaltung von Heute mit dem demographischen Wandel, der Globalisierung, der Verankerung von Nachhaltigkeit, dem Stadtumbau, der Festivalisierung und der Gestaltung von menschengerechten Stadtquartieren. Eine Stadt muss mit der Zeit wachsen, sich wandeln und anpassen. Fehlentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte wollen korrigiert und nicht wiederholt werden. Dabei darf aber die Individualität jeder Stadt, wie die charakteristische Bauweise oder Sehenswürdigkeiten, nicht außer Acht gelassen werden. Das Ziel von Stadtentwicklung liegt darin, Stadt zukunftsgerichtet zu verändern und ihre Attraktivität und Lebensqualität zu steigern.



Architekt & Innenarchitekt Harald Faerber, E. + H. Faerber - Büro für Architektur und Innenarchitektur in Mainz, stellte hierzu zwei konträre städtebauliche Projekte vor.
Die Nachhaltige Quartiersentwicklungen: Neue Höfe Dürwiß in Eschweiler ist gemeinsam mit der RWE Power AG und der Aachener Stiftung Kathy Beys das Leuchttrumprojeket der Stadt Eschweiler. Auf ca. 60 Grundstücken sollen Ein- und Mehrfamilienhäuser, Mehrgenerationenhäuser, Wohnhöfe u.a. mit einem breiten Angebot an Wohnraum für Familien, Wohngemeinschaften, Individualisten, Senioren u.v.a. in einem ressourcensparenden Wohngebiet entstehen. Bei der Entwicklung und Erschließung des Gebietes und der Bebauung soll der Verbrauch an Ressourcen deutlich reduziert werden. Konkret soll durch Information, Beratung und fachliche Begleitung der Bauherren sowie vertragliche Vereinbarungen die Umsetzung dieser hoch gesteckten innovativen Ziele gelingen. Auch können durch die gemeinschaftliche Nutzung von z.B. Infrastrukturen, Energiesystemen, Freiflächen oder Gerätschaften sowohl Ressourcen eingespart als auch eine neue Form des gemeinschaftlichen Wohnens gefördert werden. Die Wohngebäude selbst sollen durch einen modularen und anpassungsfähigen Aufbau, je nach Wohnbedarf- und anforderung, den Bedürfnissen der Bewohner von der Geburt bis zum Lebensabend angepasst werden, ohne aufwändige Umbaumaßnahmen sowie erheblichen Ressourcen- und Kostenaufwand.
Im Gegensatz zu dem Projekt Neuen Höfen Dürwiß, das der Landflucht entgegen wirken soll, stellt sich das städtebauliche Projekt Quartier M1 in Mainz der Aufgabe der immer stärker werdenden Urbanisierung.
Wie auch andere Städte in Deutschland kann Mainz sich nicht über sein jetziges Stadtgebiet ungebgrenzt ausdehnen, um der ständig wachsenden Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen gerecht zu werden. Daher müssen sich Sädte innerhalb ihrer Grenzen Flächenressourcen suchen, um dieser Aufgabe zu erfüllen.
Auf dem Gelände des alten Güterbahnhofes entstehen aus einem Mix aus Büro- und Gewerbeflächen, studentisches Wohnen, Event- und Gastrogwerbe und einem Buget Hotel ein neues Quartier in Mainz. Trotz der örtlichen Gegebenheiten, wie die Bahngleise in unmittelbarer Nachbarschaft und bestehenden Bestandsgebäuden, soll das Quartier modern, attrativ, zukunfstorientiert und nachhaltig gestaltet werden.



Im Anschluss führte uns Dipl.-Ing. Architekt Herbert Elfers, Planquadrat Elfers Geskes Krämer Part. G. dwb BDA Architekten & Stadtplaner aus Darmstadt, über die Gonsbachterrassen in Mainz-Gonsenheim bis nach Frankfurt auf den Riedberg.
Nach Aufgabe der militärischen Nutzung in Mainz-Gonsenheim stand das 22 Hektar große Areal der heutigen Gonsbachterrassen für eine Revitalisierung durch zivile Nutzung zur Verfügung. Die günstige Lage und die gute Infrastruktur bieten optimale Bedingungen für ein attraktives Wohngebiet in Mainz.
Da jeder Bauherr oder Investor unterschiedliche gestalterische Wünsche hat, wurde das Areal in Bereiche eingeteilt. Wer ein Flachdach einem Spitzdach vorzieht, baut in einer anderen dafür vorgesehenen Baufläche. Um die Qualität des Quartieres jedoch hochzuhalten, muss jeder Entwurf durch ein Gremium aus Stadt und Stadtplaner freigegeben werden.
Eine ganz andere städtebauliche Entwicklung stellt das Frankfurt Riedberg dar. Hier wurde ein ganz neuer Stadtteil zwischen der A5 und der A661 aus der Taufe gehoben. Das Areal umfasst ca. 266 ha und ist momentan das größte städtebauliche Projekt Europas.
Der Riedberg ist als stark gegliederte Siedlung geplant. Sie setzt sich aus sieben Quartieren zusammen, die sich in ihren Funktionen zum Teil sehr unterscheiden. So sind der Altkönigsblick im Nordwesten, die Ginsterhöhen, Bonifatiusbrunnen, die Schöne Aussicht und ein Teil des Riedberg Westflügels für Wohnungsbau mit Schulen und Kitas vorgesehen, während die Mitte mit Einkaufsmöglichkeiten, einer U-Bahnstation, Ärztehäusern und Büros das Herz der Siedlung bilden. Im Süden ist die Universität mit ihrem Campus of Elements vetreten und im Riedberg Westflügel zur A5 hin entsteht ein Gewerbegebiet und einige Kleingärten.
In den letzen Jahren hat sich die Attraktivität dieses neuen Stadtviertels erheblich gesteigert, was sich auch in den Grundstückspreisen widerspiegelt.
Herr Elfers stellt darüber hinaus auch noch Wohnhaustypen wie Mehrfamilienhäuser und Kettenhäuser vor, die als eigene Produktlinie auf dem Riedberg gebaut und verkauft werden. Hier entsteht eine neuen Art der Qualitätssicherung und -steigerung durch die Stadt Frankfurt.


Später wurde bei Brezeln und Wein auf dem "Platz der Architekten" des Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz rege weiter über das Thema "Stadtplanung" diskutiert.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für die vielen netten Gespräche und danken vor allem Herrn Faerber und Herrn Elfers für die interessanten und spannenden Vorträge.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten
ArchitekturLEBEN . Rhein-Main.

Fotos: Kristina Schäfer - Mainz


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