Graphisoft Center Rhein-Main

Rückblick: SchulLEBEN 2018


Raum zum Lernen

Was macht eine Schule zu einer guten Schule? Wie können Räume und Gebäude so organisiert und gestaltet werden, dass sie zeitgemäßes Lernen und Unterrichten bestmöglich unterstützen?
Der Mensch verbringt einen großen Teil seines Lebens in einer Schule. Deshalb sollten Lernorte so gestaltet werden, dass man sich in ihnen wohlfühlt, gerne in ihnen lernt, aber auch gerne in ihnen unterrichtet. Schüler und Lehrer haben jedoch ein unterschiedliches ästhetisches Empfinden und stellen unterschiedliche Anforderungen an ihr Umfeld. Somit kann eine gute Bildungsarchitektur nur im Dialog entstehen.
Bei unserem Vortragsabend zum Thema SchulLEBEN am 07.03.2018 im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz in Mainz stellten wir Ihnen anhand von praxisbezogenen Beispielen verschiedene Konzeptansätze zur Gestaltung von Schulstätten vor.

Nach der Begrüßung und den einleitenden Worten von Edda Kurz, Vizepräsidenten der Architektenkammer Rheinland-Pfalz, übergab Frau Kurz an Alexander Maier, Geschäftsführer GRAPHISOFT Center Rhein-Main als Dankschön für das jahrelange Engagement mit der Vortragsreihe ArchitekturLEBEN . Rhein-Main im Zentrum Baukultur einen „30 Jahre ARCHICAD & BIM“ Sitzwürfel und bedauerte es sehr, dass unsere nächste Veranstaltung zukünftig in neuen Räumlichkeiten stattfinden wird.
Im Anschluss stellte Dipl.-Ing. Architektin BDA Angela Fritsch von ANGELA FRITSCH ARCHITEKTEN BDA aus Seeheim-Jugenheim den Neubau der Sekundarstufe II FES aus Pfungstadt vor. Der zweigeschossige Neubau für die Sekundarstufe II mit 250 Schüler/-innen an der FES in Pfungstadt ist in seiner äußeren Erscheinung durch die Schichtung von Brüstungs- und Fensterbändern strukturiert. Im Inneren verbindet ein zentrales, multifunktionales Atrium das ringförmige Klassenraum-Obergeschoss mit dem langgestreckten Fachraum-Erdgeschoss. Die Atrium-Freitreppe mit Sitzstufen wird durch eine Pneudachkonstruktion belichtet. Zudem sind offene Aufenthaltsbereiche, insbesondere für den Ganztagesbetrieb geboten. Im Erdgeschoss liegen die naturwissenschaftlichen Fachräume sowie eine Mediathek und ein Musikraum. Zudem bietet der Neubau verschiedenste Räumlichkeiten wie ein Schülerbistro, eine Ausstellungsfläche und Besprechungsräume für Lehrer. Das Gebäude wurde annähernd in Passivbauweise erbaut. Für ein angenehmes Raumklima sorgt eine Nachtkühlung durch motorische Fenster. Interaktive Tafeln in den Klassenräumen modernisieren den Unterricht.

Daraufhin erläuterte Dipl.-Ing. Architekt BDA Michael Christl von Christl + Bruchhäuser GmbH Freie Architekten BDA aus Frankfurt anhand des Neubaus und Erweiterung der IGS aus Oberursel-Stierstadt wie Altbau auf Neubau trifft und dabei ein pädagogisches Schulkonzept berücksichtigt. Ein Paradigmenwechsel fördert in den letzten 10 Jahren die Neuerung des Unterrichtens: Digitalisierung, aktives Lernen und Klassenraum plus (mehr als nur eine Raumnutzung) - der Frontalunterricht ist veraltet. Offene Lernlandschaften mit Nischen ohne Flure lassen flexible Nutzungen zu. Der Flur wird zum Rauminhalt trotz der Berücksichtigung des Brandschutzes.
Auf Wunsch des Schulleiters sollten sechs einzelne Jahrgangshäuser entstehen. Diese  sechs freistehenden Baukörper in Fertigbauweise wurden über einen Flur verbunden. Die daraus entstandenen Zwischenräume bieten großzügige Höfe und Terrassen für die jeweiligen Jahrgangsstufen. Um die baugleichen Häuser besser unterscheiden zu können, erhielt jedes Haus ein eigenes Farbkonzept.

Zum Schluss stellte uns Dipl.-Ing. Rainer Siegel von Hoechstetter und Partner Architekten BDA GbR aus Darmstadt die Freie evangelische Schule in Lahr vor. Die vier Baukörper, drei für die Schulen und einer für die Dreifeldsporthalle, gruppieren sich windmühlenflügelartig um einen zentralen Pausenhof. Die zugrundeliegende Idee ist das "Schuldorf" mit ablesbaren Häusern um den Dorfplatz. Alle Baukörper sind nach außen an die Baugrenzen bzw. Baulinien herangerückt. Die Primärkonstruktion ist ein Skelettbau mit Stahlbetonstützen und Flachdecken. Die Außenwände sind mit einem Wärmedämmverbundsystem und Putz verkleidet. Durch den Verzicht auf Fensterstürze wird die Tageslichtnutzung in den Klassenräumen und Büros optimiert. Der Grundtypus der Realschule und des Gymnasiums ist identisch. Die Klassenräume gruppieren sich ebenfalls windmühlenflügelartig, um eine lichtdurchflutete, dreigeschossige Halle mit Oberlicht, dadurch werden dunkle Innenflure vermieden. Aula und Cafeteria sind über flexible Faltwände zusammenschaltbar. Die Grundschule bildet den südlichen Abschluss des Pausenhofes. Sie ist als Zweibund mit zentraler Halle organisiert und hat einen separaten Pausenhof. Die Sporthalle ist bis auf die Höhe der Geräte- und Umkleideräume eingegraben. Dadurch kann eine maximal mögliche Freifläche für den Pausenhof geschaffen werden.

Später wurde bei Brezeln und Wein auf dem "Platz der Architekten" des Zentrums Baukultur Rheinland-Pfalz weiter über die gezeigten Architekturkonzepte diskutiert.

Das GRAPHISOFT Center Rhein-Main Team bedankt sich bei den zahlreichen Besuchern für die vielen netten Gespräche und insbesondere bei Frau Fritsch, Herrn Christl und Herrn Siegel für die interessanten und spannenden Vorträge.

In diesem Sinne verabschieden wir uns vorerst mit unserer Vortragsreihe vom Standort Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz in Mainz, bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen als Gast an einer neuen Location beim nächsten ArchitekturLEBEN . Rhein-Main. 

Anmeldung & Information zu zukünftigen Themenvorträgen:

Neue Termine folgen in Kürze.