Graphisoft Center Rhein-Main

Rückblick: ArbeitsLEBEN


Motivierende Arbeitswelten
Heute mehr denn je verlangt die moderne Arbeitswelt, geprägt von Effizienz und technologischem Fortschritt, nach guter Architektur.  Es gilt repräsentative Bauten und Räume zu schaffen,  die trotz funktional-technischen Anforderungen eine positive und motivierende Arbeitsumgebung sind und überzeugend die Unternehmenskultur verkörpern.
Unter dem Thema ArbeitsLEBEN stellten wir Ihnen am 10.06.2015 im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz in Mainz im Rahmen unserer Vortragsreihe ArchitekturLEBEN . Rhein-Main attraktive, zeitgemäße und moderne Arbeitsräume vor.




Nach der Begrüßung und den einleitenden Worten von Thomas Dang von der der Architektenkammergruppe Mainz stellte Herr Dipl.-Ing Bernd Koza von der Koza & Zimmermann GmbH & Co. KG aus Koblenz die Generalsanierung einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung vor.
Bei dem Projekt handelte es sich um eine bestehende Werkstatt für Menschen mit Behinderung, in der seit mehr als 40 Jahren geistig- und körperbehinderte, sowie psychisch erkrankte Mitmenschen einen Platz im Arbeitsleben finden.
Die vorgefundene Bebauung erfüllte nicht mehr den erforderlichen Stand der Technik und konnte die an sie gestellten Anforderungen nicht mehr erfüllen. Die bauliche Struktur verfolgte kein Konzept und eine Raumzuordnung war nur schwierig herzustellen.
Nach ersten Planungsphasen, die sich mit einer Umstrukturierung inkl. neuem Brandschutzkonzept befassten und die Fassade sowie das Dach weitestgehend außer Betracht ließen, wurde sich aufgrund von sicherheitsrelevanten, technischen und energetischen Überlegungen sowie zur Verbesserung der Qualität am Arbeitsplatz zusätzlich für eine Kernsanierung entschieden.
Alle Abbruch- und Neubaumaßnahmen wurden während des laufenden Werkstattbetriebes in 4 Bauabschnitten durchgeführt und dauerten insgesamt 8 Jahre an.



Im Anschluss präsentierte Dipl.-Ing. (FH) Architekt Oliver Sommer von stereoraum Architekten GbR aus Wörrstadt gleich drei interessante Projekte zum Themenabend.
Das erste Projekt war die Pförtnerloge der UD-Chemie in Wörrstadt. Die UD-Chemie hatte im Wörrstädter Gewerbepark vier Standorte mit sechs Lagern, die sich um das Headquarter des Unternehmens verteilten. Dieses enorme Wachstum benötigte eine zusätzliche Infrastruktur. Die Stromversorgung musste erweitert und der Hof des Headquarters entlastet werden.
Entstanden ist eine Pförtnerloge mit Trafogebäude in Einem, dass vom Logo der UD-Chemie um Form und Design geprägt ist.
Die zwei folgenden Bauprojekte der Firma Tracoe medical GmbH aus Nieder-Olm sind zum einen der Lagerumbau zu Büro & Werkstatt sowie den Umbau der Produktionsarbeitsplätze.
Ein frei gewordenes Lager sollte für die Abteilungen Forschung und Entwicklung sowie Qualitätssicherung umgenutzt werden. Zielsetzung war es, offene Räume zu erhalten, die den unterschiedlichen Anforderungen an Team- und Entwicklungsarbeit, Modellbau und Prüflabore Rechnung tragen. Es entstanden helle, frische Räume mit Teamarbeitsplätzen, die die Zusammenarbeit zwischen den beiden Abteilungen fördern, aber auch Büros und Labore, die zurückgezogenes, konzentriertes Arbeiten ermöglichen. Abgestimmt auf das räumliche Konzept wurden zudem individuelle Möbel wie höhenverstellbare Schreibtische und auf die Produktpalette angepasste Lagermöbel entwickelt, die eigens für das Projekt angefertigt wurden. Für die gute Akustik im Großraumbüro sorgt eine Lamellendecke. Speziell entwickelte Trennwände sind das optische und funktionale Highlight im Gebäude. Hier wurde das Motiv der vom Kunden produzierten Kanülen aufgenommen und zwischen Glasplatten platziert. Direkte Durchsicht ist nur frontseitig möglich, der seitliche Einblick bleibt verwehrt. Im Klemmprofil integrierte LED-Leuchtelemente setzen angenehme Lichtakzente.
Besonderen Wert wurde auch auf das Farbkonzept gelegt, dass die CI-Farben der Firma aufnimmt und den einzelnen Abteilungen zuweist. Hochflorige Auslegeteppiche, ebenfalls in den Farben der Abteilungen, sorgen für eine Wohnatmosphäre als Kontrast zum technischen Umfeld. Die Lounge mit angegliederter Teeküche unterstützt kreatives Arbeiten im Team.
Beim Umbau der Produktionsarbeitsplätze sollte die Produktion aus Qualitätssicherung auf Manufaktur umgestellt und die Logistikabläufe neustrukturiert werden. Für die manuelle Produktion wurden extra 6-eckige Tische mit einem individuell angepassten Absaugungssystems entwickelt.



Auch Büromöbel-System-Hersteller wie König + Neurath AG aus Karben entwickeln neue Konzepte für die zukünftigen Arbeitswelten von Morgen. Herr Markus Philppi stellte uns zum Abschluss K + N City vor.
Im Mittelpunkt der Überlegungen und Lösungen steht der Mensch mit seinen unterschiedlichen Bedürfnissen und Einstellungen. Dabei beeinflusst uns vor allem die Urbanisierung, der demografische Wandel mit den verschiedenen Lebensstilen, die Umwelt mit der Nachhaltigkeit, die Globalisierung und der technologische Wandel, die neue Möglichkeiten der räumlichen und zeitlichen Unabhängigkeit eröffnen. Ein Büro muss also mehr sein als nur ein Arbeitsplatz. Ein Büro ist ein Ort in dem soziale Strukturen gesucht und gelebt werden, wie in einem Dorf oder einer Stadt. Zusammenarbeiten, kommunikatives Arbeiten, konzentriertes Arbeiten, zu zweit oder im Team, für jede Form sind optimale Rahmenbedingungen zu installieren.

Später wurde bei Brezeln und Wein auf dem "Platz der Architekten" des Zentrums Baukultur Rheinland-Pfalz weiter über "Motivierende Arbeitswelten" diskutiert.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für die vielen netten Gespräche und danken vor allem Herrn Koza, Herrn Sommer und Herrn Philippi für die interessanten und spannenden Vorträge.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten ArchitekturLEBEN . Rhein-Main.

Fotos: Kristina Schäfer - Mainz

 

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