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o5 architekten bda - Quartierzentrum Ringheim

Quartierzentrum Ringheim

Quartierzentrum Ringheim

Konzept
Mit dem Neubau des Quartierszentrums erhält der Ortsteil Ringheim der Gemeinde Markt Großostheim einen Ort der generationenübergreifenden Begegnung und des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Gefördert mit dem Bund- Länder-Programm Soziale Stadt und der Aktion Mensch ist ein offenes Gebäude entstanden, dass für jede Alters-, und Sozialgruppierung der Ortsgemeinschaft Raum und Fläche zur Entfaltung bietet. Das Konzept eines sich seiner Umgebung öffnenden, prägnanten Gebäudes stand bei allen Entwurfsüberlegungen im Vordergrund.

Freiraum
Ringheims Grüne Mitte, der Bürgerpark, wird mit dem Quartierszentrum entscheidend zu einer lebendigen Ortsgemeinschaft beitragen. Eingebettet in die Planung befindet sich das Quartierszentrum im Kreuzungspunkt der Hauptwegebeziehungen im Bürgerpark. Eine Terrasse auf der Westseite der großen Innenräume vermittelt zum Parkraum. Auf der Westseite wird in direkter Beziehung zum Kindergarten ein Baum bestandener Platz geschaffen.

Lage und Orientierung
Die Lage des neuen Quartierszentrums befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kindertageszentrum, dem Kindergartengrundstück Marsstraße und der Anne-Frank-Volksschule.
Das Gebäude orientiert sich mit seiner Längsseite zum Kindergarten und zur Schule. Der Hauptzugang liegt auf der Ostseite des Gebäudes ausgebildet. Als 1. Bauabschnitt des Gesamtkonzeptes zur Umstrukturierung des Ortkerns von Ringheim ist das Gebäude später eindeutig zum zentralen verbindenden Hof orientiert und schließt die Gebäudegruppe nach Westen ab.
Die Nord- und Südfassaden verfügen jeweils über Nebeneingänge für die integrierte öffentliche WC-Anlage sowie den Küchenbereich mit Anlieferung. Durch die Gliederung des Baukörpers nimmt das Gebäude in Körnung und Ausrichtung Bezug zu den bestehenden Gebäuden auf.

Erschließung 
Der Hauptzugang erfolgt von Osten über den vorgeschalteten Platz. Dieser wird über das Wegenetz des Bürgerparks von Norden und Süden über die Dresdner Straße bzw. die Hasselstraße angebunden. Über den Haupteingang gelangt man in ein großzügiges Foyer. Alle öffentlich zugänglichen Funktionen werden von hier aus erschlossen und so eine gute Orientierung im Quartierszentrum gewährleistet.

Entwurfsprinzip
Das Ordnungsprinzip des Grundrisses mit offenen und geschlossenen Bereichen leitet sich direkt von der jeweiligen Nutzung ab. Während die massiven Volumen die dienenden Funktionen (Küche, Technik, Toiletten, etc.) beherbergen, befinden sich die Nutzungen mit starkem Außenbezug (Café, Aktionsraum) in dem sich dazwischen aufspannenden offenen Bereich. Dieses konsequent in die Fassadengliederung überführte Ordnungsprinzip wirkt Gestalt bildend für das öffentliche Haus und Identität stiftend für den Ort.

Gestaltung und Materialität
Wie viele im Kontext befindliche Bauten ist auch das Quartierszentrum mit einer Putzfassade ausgeführt. Deren handwerkliche Ausführung als traditioneller Kratzputz erzeugt eine leichte Tiefenreliefwirkung und hohe Wertigkeit. Die großformatigen Öffnungen sind mit prägnanten, tiefen Sichtbetonlaibungen ausgeführt, die im Bereich der Glasfassaden Übergänge zwischen außen und innen ausbilden. Diese schützenden Zwischenzonen laden zum Verweilen ein und unterstreichen den Charakter des offenen und öffentlichen Hauses. Der Innenraum ist zeichnet sich durch die Klarheit und Einfachheit der verwendeten Materialien aus. Das konzeptionelle Ordnungsprinzip des Entwurfs wird bis in die Materialität der Oberflächen geführt. Der Innenraum wird durch die Materialität des Sicht-Zementestrichs, der Sichtbetonstützen und der Decke aus hell pigmentierten, geölten Holzwerkstoffplatten geprägt. Alle raumbildenden Elemente dagegen, hinter denen sich die dienenden Funktionen befinden, sind flächig weiß ausgebildet. Großzügige Glasfassaden in Pfosten-Riegel- Konstruktion sorgen für Licht durchflutete Innenräume.