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Architekturbüro Stähle - Kinopolis Multiplex-Kino

Kinopolis Multiplex-Kino Gießen

Kinopolis Multiplex-Kino Gießen

Bauherr: Weimer GmbH & Co Lichtspiele KG, Wilhelminenstraße 9 ,64283 Darmstadt
Betreiber: Kinopolis Gießen GmbH & Co KG
Baujahr: 2012 - 2013
BGF (DIN 277): 14.662 m²
Nutzfläche: 9.828 m²
BRI: 58.000 m³

Der aus 2 Bauteilen bestehende Gebäudekomplex beherbergt neben der maßgeblichen, namensgebenden Nutzung „Multiplexkino“ mit 1.463 Besucherplätzen verteilt auf 9 Kinosäle im Weiteren die „taT-Studiobühne“ des Stadttheaters Gießen, einen gastronomischen Betrieb, sowie Büro und Seminarräum für die Technischen Hochschule Mittelhessen, die an den Vormittagen auch einen Teil der Kinosäle als Hörsäle nutzt.
Die Teilung des Komplexes in 2 Baukörper ( Bauteil Nord, Multiplex-Kino und Studiobühne / Bauteil Süd Zugang Multiplexkino, Gastronomie, Seminarräume, Büros ) verbunden mit einem Brückenbauwerk war die funktionale Folge der Stadtplanerischen Forderung und einhergehend vorhabenbezogenen Bebauungsplanänderung den Platzraum vor dem benachbarten „Neuen Rathaus“ nach Norden durch einen Baukörper zu fassen, der in Verbindung mit den Platzraum belebenden Nutzungen eine der Gestaltung und Materialität des Rathaus-Neubaus angepasste Fassade aufweisen einen möglichst großflächigen Freiraum „Berliner Platz“ gewährleisten sollte. Die nördlich des Platzes bereits gebaute und in Betrieb befindliche Zufahrt zur Rathaustiefgarage ließ nur einen Baukörper verhältnismäßig geringer Tiefe zu, der durch ein Brückenbauwerk mit der Bebauung auf dem benachbarten Grundstück verbunden werden musste.
Die mögliche Bautiefe und die zu realisierende „Platzfassade“ in Verbindung mit stadtraumbelebenden Nutzungen ließ im verfügbaren Baufenster keine großvolumigen Dunkelräume ( z.B. Kino- / Theatersäle ) zu, sie bot sich vielmehr für die Nutzungen mit Tageslichtanforderung, den werblich wirksamen Zugang des im nördlichen Gebäudeteils, quasi in zweiter Reihe situierten Kinos und den platzraumbelebenden gastronomischen Betrieb mit nach Süden orientierter, großflächiger Außenbewirtschaftung an. Die Obergeschosse sind als Zweibund
konzipiert und beherbergen die Büro und Seminarräume der Technischen Hochschule Mittelhessen .
Der nördliche, über das Brückenbauwerk erschlossene Gebäudeteil beherbergt das Multiplex-Kino und die in sich abgeschlossene und separat mit kleinem Foyer und erforderlichen Nebenräumen erschlossene Studiobühne des Stadttheaters. Form, Gliederung und Fügung des Baukörpers ergaben sich primär aus dem strukturbestimmenden Flächenbedarf und den Volumina der Kinosäle, deren Größe und Anzahl durch Raumprogramm des Betreibers mit nur wenigen Spielräumen festlagen.
Im beengtem Baufenster musste die Anordnung der Säle der Besucherzahl angemessene Erschließungsflächen und die notwendigen Rettungswege zulassen, aber auch die unterschiedlichen Nutzungen noch so in Zusammenhang bringen, dass sich sowohl zeitgleiches Zusammenspiel, als auch die alternierenden Wechselnutzungen organisieren lassen.
Über die Brücke aus dem im südlichen Bauteil befindlichen Kassenfoyer wird das Hauptfoyer mit Theken für den Süßwaren- und Getränkeverkauf, angelagerten Sanitärräumen für Besucher und zwei der neun Kinosäle erschlossen. Auf gleicher Ebene unmittelbar angeschlossen liegen auch die Infrastrukturräume, sowie die
Verwaltung und die Sozialräume des Kinos. Das 2. Obergeschoß mit 4 weiteren Kinosälen ist über eine offene Treppenanlage angebunden, die zugehörigen Erschließungsflächen korrespondieren mit dem Hauptfoyer durch offene Galerien. Eine weitere, ebenfalls offene Treppe verbindet das Hauptfoyer mit der Erschließungsfläche der 3 Kinosäle Erdgeschoß, die vormittags als Hörsäle genutzt werden. Während der Vorlesungszeit ist das Erdgeschoß über einen Nebeneingang separat zugänglich.

Anmerkung zu Projektorganisation:
An der Projektarbeit in unsrem Büro (Gesamtkonzept, Entwurfs-, Ausbau- u. gestalterische Detailplanung ) war Dipl. Ing. Architekt Andreas Rotter Hamburg in freier Mitarbeit maßgeblich beteiligt. Die Konzeption und Entwurfsplanung des südlichen Gebäudeteils und die Gestaltung der Fassaden ist in Zusammenarbeit
mit dem Gießener Planungsbüro „Rohrbach + Schmees, Planungsgesellschaft mbH“ erarbeitet worden, welches auch die Bauantragspläne verfertigt hat.
Mit der Werkplanung und der baulichen Umsetzung wurde die Weimer GmbH in Lahnau beauftragt, wobei Planung, Organisation und Überwachung der kinospezifischen Ausbauarbeiten und die sog. künstlerische Oberleitung insgesamt unserem Büro oblag.