OPEN BIM FUNKTIONIERT – PRAXISBERICHT I:
“BIM BASIERTE MENGEN- & KOSTENERMITTLUNG” MIT ARCHICAD

Architektur ist ein interdisziplinärer Prozess. Viele Planungsbeteiligte müssen möglichst reibungslos zusammenarbeiten, ihre Schnittstellen funktionieren. Deshalb gibt es OPEN BIM: ein einheitliches, offenes Dateiformat – für einen softwareunabhängigen Datenaustausch.

Mit dem Projekt zur “BIM basierten Mengen- und Kostenermittlung” zeigt GRAPHISOFT Ihnen, dass OPEN BIM funktioniert. Und zwar praktisch. Voraussetzung für die optimale Mengen- und Kostenermittlung im Projekt ist daher die korrekte Übergabe der Daten in ein BIM-fähiges AVA-Programm.

DER TESTABLAUF

Die Vorgehensweise von GRAPHISOFT war relativ einfach. Um vergleichbar zu sein wurden mehrere Gewerke einer Beispielplanung betrachtet. Diese waren:

  • Rohbau
  • Türen und Fenster
  • Estrich und Bodenbeläge
  • Gipskartonarbeiten (Trockenbaugewerk)

Als Referenz diente die konventionelle Massenberechnung per Hand, die in Archicad ausgemessen wurden. Im zweiten Schritt wurden alle Mengen in Archicad direkt mit der interaktiven Auswertung berechnet. Der dritte Schritt bestand aus der Berechnung der Werte wie Länge, Breite, Höhe und Volumen der Software SOLIBRI, nachdem das Modell mittels IFC aus Archicad übergeben wurde. SOLIBRI berechnet diese Werte zum großen Teil eigenständig aus den Geometrien. Im vierten und letzten Schritt wurde das Modell in die AVA-Software übertragen, dort ausgewertet und mit diesen Werten verglichen.

DAS ERGEBNISS

Der Vergleich der AVA-Softwarelösungen brachte in allen Fällen sehr gute Ergebnisse. Bei der IFC-Übergabe nutzten einige Programme die im IFC-Modell hinterlegten “Base Quantities” (Grundlegende Mengen). Diese errechnen sich grundsätzlich aus einer gedachten Ebene in der Mitte eines Bauteils. Einige Programme errechnen selbst aus der Geometrie die Mengen, NEVARIS setzt auf eine eigenständige erstellte Übergabe. Das heißt, dass das Programm hierfür nicht IFC nutzt, sondern über ein Add-on aus Archicad die Daten direkt übergeben werden. Es kam bei allen Softwarelösungen im Test größtenteils zur exakten Übereinstimmung bzw. zu nur geringfügigen Abweichungen im Vergleich zur manuellen Methode. Die meisten Positionen entsprachen  genau dem händisch ermittelten Wert.

Hieraus die Schlussfolgerung zu ziehen, das die händische Methode mit ausgedruckten Plänen und Dreikantmaßstab weiterhin “state of the art” ist, wäre jedoch falsch. Für den Test war der händische Aufwand zur Berechnung sehr hoch. So wurden alle Werte mehrfach kontrolliert und verglichen, um etwaige Rechenfehler von vornherein auszuschließen. Das erfordert viel Zeit und Arbeit.

Die Abweichungen zur manuellen Berechnung lagen zusammengefasst zwischen minimalen 0,05% und 0,85%. Das ist ein hervorragendes Ergebnis – zeigt es doch, dass unabhängig von der Methodik und den Anbietern alle getesteten Softwarelösungen verlässliche Ergebnisse liefern. Und zwar ohne jegliche böse Überraschungen für die ausschreibenden Architektinnen und Architekten.

Folgende AVA Programme und Firmen haben an dem Test teilgenommen und Ihre Ergebnisse für Sie  in Webinaren vorgestellt:

ARCHICAD MODELLIERUNGSRICHTLINIEN

Für die Mengen- und Kostenermittlung aus dem BIM-Modell ist es notwendig, dass das Modell bestimmten Richtlinien folgt, die sowohl die korrekte Darstellung liefern als auch brauchbare Mengen ergeben. Daher hat GRAPHISOFT Modellierungsregeln (basierend auf Version 21 und neuer) entwickelt, die beides sicherstellen. Zudem deckt sich die Modellierung mit den Anforderungen aus der VDI Richtlinien 2552 Blatt 3. 

Diese Modellierungsrichtlinie erläutert, mit welchen Werkzeugen und Klassifizierungen die einzelnen Bauteile und Detailpunkte zu modellieren sind, um ein Modell zu erhalten, das in den anderen Programmen weiterverwendet werden kann. Die Archicad Modellierungsrichtlinie erhalten Sie bei uns: