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Rückblick: WohnLEBEN 2014



Am 12.02.2014 widmeten wir uns in unserer Vortragsreihe ArchitekturLEBEN . Rhein-Main im Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz dem Thema WohnLEBEN - Zeitgemäße Wohnarchitektur.

Wie wohnt man heute? Wir wollten den roten Faden von der Idee bis zur Umsetzung spannen. Wie schafft man den Spagat zwischen Bauherren, Wohnträumen und Funktionalität? Wie entsteht im Kontext zeitgenössischer Architektur aus einem Innenraum ein Lebensraum?




Hierzu stellte Herr Dipl.-Ing. Architekt Reinhold Renn von renn architektur aus Darmstadt ein Einfamilienhaus mit Carport in Darmstadt vor.
In einem vollständig bebauten Wohngebiet in Darmstadt besitzt der Bauherr ein altes baufälliges Wohnhaus, das nicht mehr zu retten war. Da der Bauherr schon älter ist, sollte ein neues, altersgerechtes Wohnhaus entstehen: Wohnen auf einer Ebene.
Dieser Anspruch barg einige Schwierigkeiten wie die Belichtung und Ausrichtung der Wohnräume in sich. Zur Straße in Südlage sollten öffentliche Räume angeordnet werden; im Norden, vom öffentlichen Raum abgewandt, die Privaträume.
Der Architekt und der Bauherr einigten sich, trotz höherer Energiekosten, auf eine großzügige Verglasung des Gebäudes. Entstanden ist ein Flachdachbungalow mit zwei Höfen, die die Fixpunkte des fließenden Raumes zwischen privatem und öffentlichem Wohnbereich bilden. Die Hofterrasse im Süden mit Angliederung von Wohnen, Essen und Arbeiten und der nördliche zweigeschossige Innenhof, entstanden aus dem alten Keller des Abrissgebäudes, mit Küche, Bad, Schlafzimmer und Nebenräumen.



Danach führte uns Herr Dipl.-Ing. (FH) Architekt BDB Henry Kreiling, kreiling rosner architekten aus Heuchelheim, gemeinsam mit seinem Bauherrn Hartmut Tappe zu einem Einfamilienhaus im Grünen nach Pohlheim.
Der Bauherr bestellte bei seinem Architekten sein Traumhaus als Maßanzug. Aus ausführlichen Gesprächen erwuchs ein Konzept und erste Entwürfe. Der Wunsch nach einem Haus auf der grünen Wiese stand dabei im Mittelpunkt. Das Wohnhaus sollte offen, hell und ebenerdig sein. Im Norden zur Straße hin wird das Gebäude vom öffentlichen Raum erschlossen und öffnet sich im Süden zum Garten.
Es wurde viel offene Fläche für das gemeinsame Leben (Kochen-Essen-Wohnen) geschaffen.
Ein weiterer Wunsch, der verwirklicht werden sollte, war die Schaffung einer jederzeit abtrennbaren Einliegerwohnung für die Tochter; daher wurde ein zweiter Eingang geschaffen.
Entstanden ist ein auf den Bauherrn zugeschnittenes Haus, das zeitgemäße Gestaltung, modernste Technik und Materialien miteinander vereint.



Zum Abschluss präsentierte uns Herr Dipl.-Ing. (FH) Architekt Heiko Messerschmidt, mo+ messerschmidt | oligmüller | architekten aus Bensheim & Frankfurt zu diesem Thema die Villa Z2 in Frankfurt.
Ein Wohnhaus aus den 50er Jahren mit Satteldach sollte zu einer modernen Villa umgewandelt werden. Inspiriert von der Siedlung Höhenblick und dem in der Nachbarschaft stehenden Privathaus von Ernst May, wünschte sich der Bauherr ein Wohnhaus mit "verschwenderisch" viel Platz und Flachdach.
Die L-Grundform des bestehenden Gebäudes blieb erhalten, da man auf dem Keller des Gebäudes aufbaute. Zentraler Punkt in der Neugestaltung und Ausrichtung des Grundrisses war der alte Nussbaum im Garten mit großer, umfassender Terrasse.
Dann entführte er uns aus dem alten, gewachsenen Wohngebiet in Frankfurt zu dem neuen und angesagten Frankfurter Wohngebiet, dem Riedberg.
In unserem letzten Themenabend StadtLEBEN referierte Herr Dipl.-Ing. Architekt Herbert Elfers von Planquadrat Elfers Geskes Krämer Part. G. dwb BDA Architekten & Stadtplaner aus Darmstadt bereits über dieses städtebauliche Konzept. Unter der Gestaltungssatzung von Planqudrat bauten mo+ messerschmidt | oligmüller | architekten die Villa S am Rande des Baugebietes in Blickrichtung Taunus und Kätcheslachpark. Die beiden versetzten Ebenen des Erdgeschosses passen sich der Hanglage des Grundstücks an. Um die Räume von mehreren Seiten belichten zu können, wurde der zweigeschossige Baukörper an verschiedenen Stellen wie eine Skulptur ausgehöhlt. Als angenehmer Nebeneffekt entstehen so vor Wind und Wetter geschützte Freibereiche mit vielfältigen Ausblicken.
Herr Messerschmidt zeigt uns danach noch ein Bandbreite von Wohnhäusern, die im Kontext der Moderne unter seiner Feder entstanden sind.



Im Anschluss wurde bei Brezeln und Wein auf der Gallerie des Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz rege weiter über das Thema "Moderne Wohnarchitektur" diskutiert.

Wir bedanken uns bei allen Besuchern für die vielen netten Gespräche und danken vor allem Herr Renn, Herrn Kreiling mit seinem Bauherrn Herr Tappe und Herrn Messerschmidt für die interessanten und spannenden Vorträge.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten
ArchitekturLEBEN . Rhein-Main.

Fotos: Kristina Schäfer - Mainz

Zukünftige Themenvorträge & Anmeldung:

23.11.2016 - ArchitekturLEBEN . Rhein-Main: KulturLEBEN

Ort: Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz Mainz

Uhrzeit: von 19.00 bis 21:30 Uhr